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Remarketing: Unternehmen bekommen eine zweite Chance

Remarketing: Unternehmen bekommen eine zweite Chance

Wer kennt es nicht? Gerade eben noch in einem Online Shop unterwegs gewesen und plötzlich verfolgen einen die Anzeigen von den vorher gesuchten Produkte oder Dienstleistungen auf sämtlichen Websites. Und das ist nur eines von vielen Beispielen für Remarketing (oftmals auch als Retargeting bezeichnet). Mit Remarketing können Nutzer, welche eine Website oder einen Online Shop besucht haben, gezielt mit Angeboten angesprochen werden. Es geht somit nicht rein um die Inhalte die sich Nutzer anschauen, sondern die Anzeigen beziehen sich auf deren Interessen. Der Einsatz einer solchen Werbemaßnahme ist bei allen Unternehmen möglich, die über einen eigenen Internetauftritt verfügen. Durch gezielt platzierte Anzeigen wie beim Remarketing kann ein deutlicher Streuverlust vermieden werden.

Wie funktioniert überhaupt Remarketing?

Man kann einen Remarketing- beziehungsweise Retargeting-Prozess grundlegend in drei Schritten zusammenfassen und erläutern.

1.    Ein potentieller (oder registrierter) Kunde besucht eine Website, interessiert sich für Produkte oder Dienstleistungen. Es filtern sich hierbei schnell klare Interessen heraus.

2.    Der Nutzer unterbricht den Kaufvorgang oder die Möglichkeit mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten und verlässt die Website. Innerhalb dieses Vorgangs kann noch unterschieden werden, ob der Nutzer bereits seine Produkte in den Warenkorb gelegt hat, oder sich rein über die Produkte oder Dienstleistungen informiert hat.

3.    Surft der Nutzer daraufhin auf anderen Websites weiter, wird er durch geschaltete Anzeigen an die Produkte oder Dienstleistungen erinnert, die er sich bereits angeschaut hat oder für die er sich auch interessieren könnte. Im besten Falle führen diese Onlineanzeigen für Unternehmen zu einem Erfolg, da der Nutzer an das Produkt oder die Dienstleistung erinnert wird und im besten Falle zu dem Online Shop zurückkehrt und die Produkte oder Dienstleistung in Anspruch nimmt.

Doch welcher technische Prozess steht hinter dem Remarketing? Bei jedem Website Besuch werden so genannten „Cookies“ gespeichert. Ein Cookie ist eine Datei, die zur Archivierung von online erfassten Daten dient. Dies kann dazu führen, dass Benutzerprofile erstellt werden und dass das Verhalten eines Einzelnen analysiert wird. Surft der Nutzer nun auf anderen Seiten und es werden erneut Cookies mit dem Verweis auf den Adserver gesendet, so kann dieser Serverdaten genau auslesen, was letztendlich dazu dient gezielt Anzeige abzuspielen, die an den Nutzer und seine Interessen angepasst sind.

Welche Arten von Remarketing gibt es überhaupt?

Man unterscheidet bei Remarketing zwischen dem Klassischen Remarketing und dem Dynamischen Remarketing. Während bei dem Klassischen Remarketing dem Nutzer die Produkte oder Dienstleistungen erneut in den Sinn gerufen werden durch standardisierte Anzeigen - geht das Dynamische Remarketing noch einen Schritt weiter. Denn durch unterschiedliche Einstellungen können hierdurch die Anzeigen detailgenau auf die Produkte oder Dienstleistung angepasst werden. Es gibt hierbei unterschiedliche Varianten. Beispielsweise hat Nutzer A bereits eine Kamera in einem Online Shop erworben, so wird ihm die Anzeige angezeigt, dass er jetzt noch günstig die passende Speicherkarte in dem Online Shop erhalten kann. Eine weitere Möglichkeit des Dynamischen Marketings ist beispielsweise, dass Produkte oder Dienstleistungen angezeigt werden die der Nutzer bereits angeschaut hat in Kombination mit zeitlich festgelegten Rabatten. Beispiele wären „Nur heute 20% auf Schuhe“ oder „Nur heute kostenloser Versand“.

Was sind die Vorteile von Remarketing?

Es gibt viele Vorteile, die das Remarketing auszeichnen. Ein klarer Vorteil ist, dass hierdurch potentielle Kunden gezielt angesprochen werden können. Dies kann letztendlich zu einer höheren Kaufwahrscheinlichkeit führen. Dies verringert im Gegensatz zu Printanzeigen den so genannten Streuverlust. Durch die selbst eingerichteten Anzeigeneinstellungen können die Anzeigen zielgruppengenau angepasst werden.  Eine Möglichkeit ist es, Remarketing in Zusammenarbeit mit Google einzusetzen. Der Vorteil hierbei ist, dass durch das vorgegebene Kostenmodell von Google lediglich die Kosten pro Klick abgerechnet werden. Wird einem Nutzer die Anzeige angezeigt, ohne dass er mit dieser interagiert, fallen hierbei keine Kosten an.
Durch das herausfiltern von Interessen, können Unternehmen sich leicht Gebrauch von Cross-Selling machen. Denn wenn sich ein Nutzer für Produkt A interessiert, könnte auch Produkt B für ihn interessant und spannend sein. Grundlegend bietet Remarketing vielen Unternehmen auch schneller und flexibler handeln zu können. Beispielsweise können die bisherigen Anzeigen schnell auf besondere Ereignisse wie Europameisterschaften, Unwetter oder Ferien angepasst werden.

Und welche Nachteile hat Remarketing?

Durch das Surfverhalten können die Interessen des Einzelnen analysiert werden. Auf Basis dieser Interessen werden die Anzeigen geschaltet. Nutzen jedoch beispielsweise mehrere Familienmitglieder den gleichen Computer oder das Tablet, können diese Interessen nicht klar herauskristallisiert werden. Ein weiteres Problem des Remarketing ist es, dass surfen auf unterschiedlichen Geräten. So speichert das Tablet beispielsweise andere Cookies als der Computer. Diese Geräte stehen nicht in einem direkten Austausch. Ein weiterer Nachteil ist der Datenschutz. Viele Nutzer fühlen sich verunsichert, da sie das Gefühl haben, dass ihre Daten preisgegeben werden. Grundlegend bedeutet es jedoch, dass Google noch mehr detaillierte Informationen über das Nutzverhalten und deren Interessen sammelt. Um erfolgreich Remarketing durchführen zu können, bedarf es vielen unterschiedlichen Einstellungen und Ausrichtungen. Dies ist ein weiterer Nachteil des Remarketings. Denn um dies effizient einsetzen zu können, ist der Einsatz dieser Marketing-Maßnahme sehr kostenintensiv.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Remarketing eine gute Maßnahme ist sich seinen Nutzern in das Gedächtnis zu rufen. Um jedoch Klassisches oder Dynamisches Remarketing effektiv und effizient einsetzen zu können, erfordert es viel Zeit und dauerhafte Optimierung. Denn die Anzeigen sowie Angebote müssen stets angepasst werden. Des Weiteren sind die genauen Einstellungen notwendig um zielgerichtet Anzeigen schalten zu können, ohne dass hierbei unnötige Kosten verursacht werden. Diese Webemaßnahme eignen sich also für alle Unternehmen, die über einen eigenen Internetauftritt verfügen, besonders geeignet ist es aber für Shops oder Dienstleister, die durch Remarketing sich den Nutzern auf Basis ihres Angebotes sich wieder in das Gedächtnis rufen und somit die Kaufwahrscheinlichkeit erhöhen. Agenturen bieten in der Regel zwei unterschiedliche Vergütungsmodelle für die Zusammenarbeit an.  Zum einen besteht die Möglichkeit einer Pauschale, in der ein fester Betrag festgelegt wird, oder zum anderen wird die Agentur an dem von dem Unternehmen festgelegten Budget anteilsmäßig beteiligt.

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