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Facebook ist doch total out, oder?

Facebook out


Viele Medien und Blogger berichten immer wieder, dass Facebook eigentlich schon so gut wie „weg vom Fenster“ ist. Blogger und Social Media Experten zelebrieren medienwirksam den Abschied und widmen sich anderen sozialen Netzwerken zu. Wird Facebook bald schon so out sein, wie zum Beispiel StudiVZ heute?

Aber Fakt ist auch: Die Erfindung und Nutzung sozialer Netzwerke hat die Gesellschaft und das tägliche Leben komplett verändert. Nur ein Beispiel, um den Unterschied deutlich zu machen, ist die Postkarte aus dem Urlaub. Früher wurde im Urlaub eine Postkarte gekauft, beschrieben, mit einer Briefmarke versehen und nach Hause an Familie und Freunde geschickt. Bekannterweise war ein bis zwei Wochen später die Karte da. Nimmt man die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram oder WhatsApp dazu, ist der Ablauf um einiges schneller und kostengünstiger geworden. Die Postkarte inklusive Beschriftung wird durch eine Nachricht auf What’s App oder ein Posting auf Facebook / Instagram ersetzt. Die Briefmarke fällt weg, denn diese sozialen Netzwerke sind kostenlos. Der lange Weg des Versendens fällt auch weg, da die Nachrichten bzw. Postings innerhalb von wenigen Sekunden online und für den Empfänger sichtbar sind. Hierbei handelt es sich nur um eins von vielen Beispielen, die man nennen könnte und die deutlich machen, wie sehr Social Media Tools unser tägliches Leben verändert, zum Teil auf den Kopf gestellt haben, aber auch einiges vermissen lassen, wie zum Beispiel Vorfreude und Wertschätzung.

Wie der Titel schon sagt, widmen wir uns hierbei dem sozialen Netzwerk Facebook. Facebook wurde seit 2003 von Mark Zuckerberg entwickelt und ist seit 2004 für die komplette Menschheit zugänglich. Viele sind der Meinung, dass Facebook inzwischen im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken total out und überholt sein müsste. Doch trotz einiger Skandalphasen, besonders auf den Datenschutz bezogen, steigt seit jeher die Anzahl der Nutzer auf Facebook an. Aktuellen Daten zufolge nutzen weltweit 2,7 Mrd. Menschen Facebook, davon 1,52 Mrd. täglich. Es gibt 2,32 Mrd. aktive Facebook Nutzer, wobei eine Person als aktiver Nutzer gilt, wenn sie einmal im Monat auf Facebook aktiv war.

Um den Anstieg der Facebook-Nutzer zu verdeutlichen, haben wir euch die Zahlen der letzten drei Jahre recherchiert: 2016 waren es 1,86 Mrd. aktive Facebook Nutzer, 2017 schon 2,13 Mrd. und 2018 lag die Zahl bei 2,32 Mrd. Von den aktiven Nutzern waren 2016 1,23 Mrd. täglich aktiv, 2017 stieg die Zahl auf 1,40 Mrd. und 2018 auf 1,52 Mrd. Das ist doch allerhand.

Wenn wir die Facebook Nutzung allein in Deutschland betrachten, gab es auch hier in den letzten drei Jahren einen Anstieg der aktiven Nutzer. 2016 waren 28 Mio. Menschen bei Facebook aktiv, wobei 21 Mio. das soziale Netzwerk täglich nutzten. 2017 stieg die Zahl der aktiven Nutzer auf 30 Mio. und die der täglichen Nutzer auf 23 Mio. an. 2018 gab es nochmal einen deutlichen Anstieg der aktiven Nutzer. So stieg die Zahl 2018 auf 32 Mio. aktive Nutzer und blieb bei 23 Mio. täglichen Nutzern.

Nun stellt sich die Frage: Wer ist bereit auf Facebook zu verzichten? Zu diesem Thema gibt es verschiedene Studien. In Großbritannien wurden über 1200 Teilnehmer gefragt, wie viel Geld man ihnen zahlen müsste, damit sie ein Jahr lang auf Facebook verzichten. Die Antwort lag im Durchschnitt zwischen 1000 und 2000 Dollar. Bei einer Studie in Österreich wurden 1000 Personen zu einer Studie eingeladen. Die Bedingung war, dass sie sieben Tage auf Social Media und What’s App verzichten, wobei Mails und SMS erlaubt waren. Von den 1000 Personen waren 152 Probanden bereit mitzumachen, doch 90 von ihnen hielten die sieben Tage nicht durch. Bei einer amerikanischen Studie fanden sich 2844 Menschen, die ihren Facebook Account für einen Monat deaktivierten. Hier waren der Messenger und WhatsApp weiterhin erlaubt. Die Probanden waren alle über 18, verbrachten täglich mindestens 15 Minuten auf Facebook, wobei der Durchschnitt bei einer Stunde und bei intensiven Nutzern sogar bei mehr als zwei bis drei Stunden lag. Vor dem Experiment mussten alle Teilnehmer einen Fragebogen zum allgemeinen Wohlbefinden, zu politischen Ansichten und über ihren Alltag ausfüllen. Der Hälfte der Probanden wurde eine Bezahlung für die Teilnahme angeboten. Diese lag im Durchschnitt bei 102 Dollar, die andere Hälfte, also die Kontrollgruppe, nahm ohne Bezahlung an der Studie teil. Insgesamt wurde nur ein Prozent der Probanden während des Monats rückfällig. Nach dem Testmonat mussten die Teilnehmer detaillierte Umfragen ausfüllen. Beim Abfragen nach politischem Wissen erzielten die Probanden weniger Punkte als zum Zeitpunkt der Deaktivierung der Konten. Dies zeigt, dass Facebook von vielen Menschen auch als Informationsquelle genutzt wird. Bei Deaktivierung dieser Quelle steigen sie auch nicht auf andere soziale Netzwerke oder Zeitungsseiten um. Die Probanden gaben auch an, dass sie durch die Deaktivierung ihres Accounts im Durchschnitt eine Stunde mehr freie Zeit hatten, intensive Nutzer sogar zwei oder mehr Stunden, die sie dann offline, zum Beispiel mit Familie oder Freunden, verbrachten.

Also zeigt der Anstieg der Nutzerzahlen und die verschiedenen Studien, dass Facebook wohl doch nicht so out ist, wie viele Menschen vielleicht denken. Die Studien zeigen auch, dass nur wenige Menschen bereit sind für einen gewissen Zeitraum, geschweige denn ganz auf Facebook zu verzichten. Es gibt für die User zu viele Vorteile, die es schwierig machen Facebook nicht mehr zu benutzen: man ist immer up to date, was auf der Welt und im Bekanntenkreis passiert; man bekommt schnell und einfach Informationen zu allem, was scheinbar interessiert ist; man bekommt Hilfe von Anderen, z.B. in Wohnungs- oder Jobgruppen; man erfährt von Veranstaltungen in der eigenen Region; man wird an die Geburtstage von seinen Facebook-Freunden erinnert und es ist darüber hinaus auch noch kostenlos. Dies waren noch lange nicht alle Vorteile, aber natürlich dürfen die Nachteile nicht außer Acht gelassen werden. Facebook sammelt zum Beispiel Daten und stellt diese anderen Unternehmen zur Verfügung, zu viel Facebook entfremdet von der Realität, man isoliert sich von der Wirklichkeit und vernachlässigt reale Kontakte, Facebook vergisst nicht, etc.

Ob man Facebook persönlich nutzt oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Besonders für Unternehmen ist ein Facebook Aufritt jedoch von Vorteil. Mit wenig Mühe und Aufwand werden viele Menschen erreicht. Man kann kostenlos Informationen und Angebote verbreiten und das eigene Unternehmen auf eine persönliche Art und Weise Außenstehenden präsentieren.

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