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Pitch: Das neue und bessere PowerPoint?

Pitch

Es ist soweit: Pitch ist in der early-access-Phase! Die Präsentationssoftware des erfolgreichen Berliner Startup-Gründers Christian Reber will PowerPoint vom Thron stürzen. Der Anspruch: Bessere und schönere Präsentationen ermöglichen. Ganze 45 Millionen Euro haben namhafte Investoren bereits investiert, jetzt ist die erste Version fertig. Wir haben Pitch getestet und für euch zusammengefasst – Lasst euch überraschen!

Pitch gibt es sowohl als cloudbasierte Lösung als auch offline für macOS und Windows. Wir haben uns für die online-Version entschieden und konnten daher ohne Installation starten. Der Account war zügig angelegt und bestätigt.

Das Menü / Workplace

Die Oberfläche ist aufgeräumt und übersichtlich. Auf der linken Seite befindet sich das Menü, über das Präsentationen je nach Funktion und beteiligten Personen eingeordnet werden können.

  • Das „Dashboard“ zeigt die 8 aktuellsten Präsentationen, an denen man beteiligt ist. Zu Beginn wird man außerdem auf die Einführung in das Programm hingewiesen, die charmanterweise ebenfalls als Präsentation daherkommt und einen direkt das look-and-feel der Oberfläche mitnimmt. So lernen Einsteiger die wichtigsten Funktionen in Kurzform kennen: Die Erstellung einer Vorlage samt Stil und die Zusammenarbeit mit anderen.
  • Unter „Templates“ finden sich gespeicherte Vorlagen aus bereits abgeschlossenen Projekten. Jede Präsentation kann dabei zu einem beliebigen Zeitpunkt als Vorlage gespeichert werden. Die Vorlage ist dann unabhängig von dem ursprünglichen Projekt und kann separat angepasst werden. Alternativ zu diesen Vorlagen kann jede Präsentation auch dupliziert werden.
  • Die „Private Folders“ sind der Bereich, wo Präsentationen abgelegt werden, die nur für einen selbst zugänglich sein sollen oder mit einem geteilt wurden. Die Projekte landen in unserem Fall automatisch in der Cloud, sodass kein Speicherplatz auf dem Rechner benötigt wird. Unter „Shared with me“ sieht man alle Projekte, für die man freigegeben wurde und in denen ggfs. etwas erledigt werden muss. Man kann auch eigene Projekte teilen und die Zugriffsrechte klären. Zur Auswahl stehen Präsentations- und Bearbeitungsmodus. Es gibt also wie bei dem Programm Slideshare die Möglichkeit, eine Präsentation online zur Verfügung zu stellen.
  • Es gibt aber auch einen allgemeinen Teambereich unter „Workspace folders“, wo Präsentationen abgelegt werden können, die das ganze Team betreffen. Hier hat jeder direkten Zugriff und alle Rechte.

Look-and-feel der Präsentation

Wie wirkt das Programm bei der Benutzung? Die Oberfläche ist intuitiv aufgebaut und bereits nach ein paar Minuten erschließt sich die innere Logik des Programms auch für langjährige PowerPoint-NutzerInnen. Die Funktionen laufen flüssig und rund. Über „Create presentation“ gelangt man in den eigentlichen Editor. Hier zeigt sich die erste Besonderheit von Pitch: Der Start mit einer leeren Präsentation ist keine direkte Option. Man kann zwar die schlichte weiße Vorlage wählen, die dem sehr nahe kommt, aber dieses Design kann hinterher nicht mehr ausgetauscht werden. Stattdessen gibt es die Möglichkeit, in einem separaten Editor sämtliche Einstellungen zu ändern, was aber eher der Feinjustierung dient. Pitch denkt also konsequent von der Formebene aus zur Inhaltsebene.

Für alle, die noch keine eigenen Vorlagen haben und direkt starten möchten, hält die Bibliothek Stand heute 19 fertige Layouts bereit. Das klingt erstmal wenig, wird aber dadurch ausgeglichen, dass jede dieser Vorlagen ein absoluter Hingucker ist. Jede Vorlage ist angepasst für ein bestimmtes Präsentationsformat, z. B. einen Status Report oder einen Case Study. 5 davon sind erst kürzlich hinzugekommen, es ist also mit einer stetig wachsenden Bibliothek zu rechnen.

Ist man in der Präsentation angekommen, geht es wieder zuerst über das Design. Pitch zeigt die gängigsten Slide-Aufteilungen in zum Layout passenden Designs an, sodass selbst unerfahrene und funktionsorientierte Nutzer mit wenigen Klicks zum gewünschten Format kommen und sich das Design quasi nebenbei erledigt. In der Regel beginnt eine Präsentation mit der Überschrift, für die man hier mehrere Auswahlmöglichkeiten bekommt, es gibt aber auch schöne Alternativen, z. B. ein vollflächiges Bild.

Jetzt ist man auf der inhaltlichen Ebene angekommen. Bei der Aufmachung folgt Pitch dem bewährten Beispiel von PowerPoint, allerdings mit deutlichen Unterschieden. Links findet man die bekannte Slide-Vorschau über die man zwischen den Slides springen kann. Oben findet man das Menü mit den Einfügen-Optionen Textfeld, Bild, Formen, Sticker, Diagramme, Tabellen und externe Inhalte (Youtube, Vimeo und Loom). Rechts öffnet sich ein Untermenü, sobald man z. B. auf die Designeinstellungen klickt. Die Funktionen kommen allerdings deutlich übersichtlicher daher, da Pitch ohne umfangreiche Menüleisten auskommt. Hier zahlt sich der Designansatz aus: Da grundlegende Fragen zu der Form bereits beantwortet sind, müssen hier nur noch die eigentlichen Inhalte eingefügt werden. Größere nachträgliche Einstellungsänderungen und Anpassungen werden auf diese Weise überflüssig. Das sichert eine ansprechende Erscheinung und spart viel Zeit. Will man dennoch das Design bearbeiten, kann man über den Editor die globalen Einstellungen bearbeiten oder einzelne Elemente verändern.

Im besten Fall tauscht man nur noch die Bilder, Texte und Diagrammdaten aus und die Präsentation ist fertig. Hat man speziellere Anforderungen, kann man dennoch viele Einstellungen vornehmen: Form, Farbe und Inhalt von Diagrammen können schnell und einfach geändert werden. So wird aus einem Pizza-Diagramm mit drei Klicks ein Donut oder mit zwei Klicks ein Balkendiagramm. Wer regelmäßig an Präsentationen arbeitet, aber keine Expertenoptionen benötigt, kann mit diesem Tool noch produktiver arbeiten. Pitch hat einige zusätzliche Funktionen für die Zusammenarbeit im Team integriert. Jede Slide kann einer Person aus dem Team zugewiesen, mit einem Status versehen und kommentiert oder mit einer Aufgabe versehen werden. Emojis ersetzen Text-Feedbacks und mit Notizen können Hintergrundinformationen festgehalten werden. Die Zuweisung funktioniert logischerweise nur für Teammitglieder, die Zugriffsrechte haben, aber auch das ist schnell gemacht. Das besondere an Pitch ist hier, dass die Änderungen eines Teammitgliedes am Inhalt in Echtzeit übernommen und übertragen werden. Hier gibt es keine unterschiedlichen Versionierungen, die in der Hoffnung synchronisiert werden, dass zwei Personen nicht gleichzeitig denselben Inhalt bearbeitet haben. Hier kann man den Kollegen im wahrsten Sinne des Wortes bei der Arbeit zusehen, großes Kino! Den eigenen Anspruch von Pitch, Zusammenarbeit einfach, zielführend und effektiv zu gestalten, können wir daher bestätigen. Jedes Team, das gemeinsam an Präsentationen arbeitet, sollte sich dieses Programm unbedingt ansehen.

Vergleich mit PowerPoint Live

Der direkte Vergleich mit PowerPoint Live zeigt, dass PowerPoint bei der Anzahl der Funktionen und Möglichkeiten deutlich vorne liegt. Bis auf die SmartArts und die Gruppierungs-Funktion haben wir allerdings bisher nichts vermisst. An Animationen und Übergängen arbeitet Pitch bereits, auch Speaker Notes werden noch folgen. Das erklärte Ziel von Pitch, dass man auf allen Endgeräten an einer Präsentation arbeiten kann, ist im Gegensatz zu PowerPoint noch nicht vollständig umgesetzt. Hier können bisher nur Kommentare verfasst werden. Eine wichtige Funktion, die interessanterweise bei PowerPoint Live noch fehlt, ist bei Pitch allerdings besonders gut gelöst: Das Erstellen von Diagrammen verschiedenster Art.

Preislich ist Pitch mit 29,95$ (zurzeit ca. 25€) pro Monat und Benutzer deutlich höher angesetzt als das komplette Microsoft 365-Paket, das bereits für 7,00€ pro Monat und Benutzer erhältlich ist.

Fazit

Die Beta-Version von Pitch kommt sehr solide daher und ermöglicht die Erstellung von schicken und aussagekräftigen Präsentationen innerhalb von kurzer Zeit. Ein besonderer Vorteil liegt in dem Design-First-Ansatz, der einen zwar eingangs zwingt, sich auf ein Design festzulegen, der aber das Arbeiten hinten raus deutlich vereinfacht. Auch die Vorschläge für die einzelnen Slides machen die Arbeit produktiver, denn sie beinhalten sowohl Layouts als auch konkrete Anwendungsfälle. Die Online-Version ermöglicht außerdem das Einfügen und Bearbeiten von Diagrammen aller Art. Ebenfalls sehr gut umgesetzt sind die Möglichkeiten, gemeinsam an einer Präsentation zu arbeiten und Aufgaben zuzuweisen. Preislich kann Pitch nicht mit der großen Verkaufsreichweite und den daraus resultierenden Preisen von Microsoft konkurrieren. Teams, die viele Präsentationen erstellen und keine Detailfunktionen brauchen, könnten aber für den Zeitgewinn bereit sein, einen höheren Preis zu bezahlen.

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