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Digitalisierung - Auswirkungen in der Arbeitswelt (Teil 1)

Auswirkungen in der Arbeitswelt


Die Digitalisierung ist zurzeit ein hochaktuelles und brisantes Thema. Doch zur digitalen Transformation eines Unternehmens gehören nicht nur neue Websites, Prozesse und Maschinen, sondern auch die Menschen, die maßgeblich dahinter stehen – die Mitarbeiter und Betroffenen.

Der Großteil der deutschen Bevölkerung ist bereits von der Digitalisierung betroffen, die Tendenz ist nach wie vor deutlich steigend. Daher warnt die deutsche IT Branche, dass in Deutschland viele Arbeitsplätze wegen der zunehmenden Digitalisierung vernichtet werden. „3,4 Millionen Stellen in den kommenden fünf Jahren sollen nach Angaben des Branchenverbands Bitkom hierzulande wegfallen, weil Roboter oder Algorithmen die Arbeit übernehmen. Angesichts von aktuell knapp 33 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten entspräche das mehr als jeder zehnten Stelle. […] Der Bitkom verweist unter anderem darauf, dass es in der deutschen Kommunikationstechnik Mitte der neunziger Jahre noch 200.000 Stellen gab. Jetzt seien es nur noch 20.000.“ (1) Also gingen in den letzten Jahren schon 90 Prozent der Arbeitsplätze in diesem Bereich verloren, und das durch die Digitalisierung.

Viele Arbeitsbereiche sind von der Digitalisierung bereits extrem betroffen. Dafür gibt es schon eine Menge Beispiele. „Ein hohes Maß an Automatisierungs-Möglichkeiten böte […] das Hotel- und Gaststättengewerbe. Laut den Unternehmensberatern [von McKinsey] lassen sich rund drei Viertel aller Aufgaben, die bisher Menschen erledigen, auf Maschinen übertragen. [Weitere] Beispiele sind das Einchecken im Hotel bis hin zum Backen, Rühren und Kneten in der Küche. Bei den Fertigungsberufen sei das Risiko, durch Computer ersetzt zu werden, laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am höchsten.“ (2) Zudem würden in den nächsten Jahren verschiedene Berufsbilder komplett wegfallen. „Die Arbeit eines Zahntechnikers übernähmen 3D-Drucker, die des Steuerberaters Algorithmen.“ (1)

Das klingt im ersten Moment alles sehr negativ, die Vernichtung von Arbeitsplätzen, der Wegfall von Berufsbildern – doch es fallen nicht nur Arbeitsplätze weg, es entstehen auch sehr viele neue. Das führt automatisch zur Umgestaltung und Erneuerung bisheriger Arbeitsstrukturen. So erzählte der Bitkom-Präsident Achim Berg zum Auftakt der Messe Cebit 2018: „Die Digitalisierung schafft viele spannende und lukrative Jobs - und auch völlig neue Perspektiven“ (3) „Die meisten offenen Positionen entfallen zwar noch auf die klassischen Disziplinen Online-Marketing und E-Commerce. Das größte Wachstum weisen jedoch die Positionen für Fachleute auf, die sich mit der Digitalisierung der Banken (Fintech), der Gesundheitsbranche (E-Health), künstlicher Intelligenz, Virtual Reality oder 3D-Druck auskennen.“ (4)

Doch die Digitalisierung ist nicht erst seit 2018 eines der Top Themen. Schon in den Jahren 2013/2014 zeigten sich erste Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Nachfrage nach Arbeitnehmern in 2014 im Bereich Werbeberufe stieg um 22 Prozent. (5) Im Jahr 2016 sagte der Bitkom Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder „ ‚Wir brauchen Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, um die digitale Transformation in Deutschland erfolgreich gestalten zu können.‘ Treiber der Entwicklung ist daher, dass sich auch traditionelle Unternehmen der Digitalisierung stellen müssen – und dafür kompetente Mitarbeiter suchen.“ (6)

Auf dem Arbeitsmarkt beschleunigt sich zurzeit die digitale Transformation. „Durch die Vielzahl der Digitalisierungsinitiativen, die Konzerne und mittelständische Unternehmen starten, werden digitale Projektmanager aktuell zum limitierenden Faktor. […] Der aktuelle Job-Monitor des Handelsblatts zeigt, dass die Nachfrage nach Digitalisierungsspezialisten im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent zugenommen hat. Bei der Suche nach digitalen Projektmanagern verzweifeln Unternehmen oftmals […]. (7) „Wer [dagegen] ausgewiesene Digitalkompetenz und Managementerfahrung hat, der kann sich die Jobs derzeit aussuchen. Unternehmen suchen teils verzweifelt nach Spezialisten, die ihnen bei der Neuausrichtung fürs Digitalzeitalter helfen. Jede zehnte Stelle ist mittlerweile explizit an nachweisliche Qualifikationen im Umgang mit den neuen Technologien geknüpft, wie eine aktuelle Untersuchung des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.“ (8)

Die Unternehmen wollen und müssen sich also anpassen um die eigene Digitalisierung voranbringen, doch die Digitalexperten fehlen. „Fehlendes Personal und mangelndes Know-how – das sind die entscheidenden Faktoren, die Digitalisierungsprojekte stocken oder gar nicht erst entstehen lassen. […] Über 20 % der mittelständischen Betriebe können aufgrund einer zu geringen Personaldecke angestrebte Investitionen in die Digitalisierung nicht durchführen […] Das führt im Umkehrschluss zu einer ausgebremsten Digitalisierung in den Unternehmen. Eine moderne und strategische Personalpolitik entwickelt sich somit immer mehr zum Schlüssel für die erfolgreiche Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen. Und viel mehr noch: Ausländische Fachkräfte sind nicht nur in der Lage, die Lücke zu füllen; die kulturelle Diversität kann ein Unternehmensumfeld erzeugen, das durch die unterschiedlichen Perspektiven Innovationen fördert. Ein Wettbewerbsvorteil, der sich neben digitalisierten Prozessen auszahlt.“ (9)

Daraus ergibt sich folgende Schlussfolgerung: Es macht den Anschein, dass durch die Digitalisierung, welche verschiedenste Automatisierungsprozesse und den Einsatz von neuen Maschinen bzw. Robotern mit sich bringt, viele Jobs verloren gehen. Aber die Arbeitnehmer müssen sich keine Sorgen machen, denn es entstehen dadurch ungeahnte und zahlreiche neue Jobperspektiven und Arbeitsstrukturen. Zukünftig werden Unternehmen verstärkt nach Digitalexperten Ausschau halten müssen, um am Markt nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben. Aber nicht nur Unternehmen müssen sich anpassen, auch die Arbeitnehmer müssen ihre eigenen Fähigkeiten im Bereich Digitalisierung durch Fort- und Weiterbildungen ausbauen, um auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls wettbewerbsfähig und attraktiv zu bleiben. Wir sind gespannt, welche Auswirkungen die Digitalisierung in der Zukunft haben wird und welche Perspektiven sich auf dem Arbeitsmarkt ergeben werden.

Im zweiten Teil unseres Blogs erfahrt ihr, welche Möglichkeiten die Digitalisierung in der Arbeitswelt mit sich bringen kann.

(1) http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/digitalisierung-wird-jeden-zehnten-die-arbeit-kosten-15428341.html
(2) https://www.businessinsider.de/ein-experte-erklaert-welche-folgen-die-automatisierung-fuer-die-arbeitswelt-hat-2018-2
(3) https://www.zeit.de
(4) https://www.cribb.de/news/handelsblatt-digitalexperten-dringend-gesucht/
(5) https://www.wiwi-treff.de/Job-Trends-Arbeitsmarkt/Arbeitsmarkt-Werbewirtschaft-2015-Digitalexperten-dringend-gesucht/Artikel-7789?rel3-page=3&rel1-page=5&rel2-page=3
(6) https://t3n.de/news/it-experten-dringend-gesucht-766074/
(7) http://pressnetwork.de/digitalisierung-mit-freiberuflichen-experten-meistern/
(8) https://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/digitaletransformation/digitalexperten-verzweifelt-gesucht-fachkraeftemangel-sorgt-fuer-boom-bei-headhuntern/22681498.html?ticket=ST-2846345-H0DtTw7chVndnSxqqm4X-ap2
(9) https://prozesstechnik.industrie.de/aufmacher/fachkraeftemangel-bremst-digitalisierung-aus/

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